Am 25.11.2022 ist es wieder so weit: Der Black Friday steht vor der Tür und es heißt kaufen, kaufen, kaufen. Dieser Tag wurde in den 80er Jahren in den USA geboren und wird am vierten Freitag im November, dem Tag nach Thanksgiving, gefeiert. Er ist traditionell auch der Starttag der Weihnachtseinkäufe. Doch wie lässt sich der Black Friday mit Nachhaltigkeit vereinbaren?

Der diesjährige Black Friday

Da Verbraucher aufgrund der Inflation und des Ukraine-Krieges besonders auf Sonderangebote und Rabatte fixiert sind, wird der Black Friday auch in diesem Jahr wieder boomen. Denn gerade in schweren Zeiten voller Ungewissheit will doch jeder von uns sich selbst und geliebten Menschen hin und wieder, und vor allem zu Weihnachten, eine Freude bereiten.

Mittlerweile bietet der Online-Handel sogar schon Wochen vorher Sonderangebote und Rabatt-Aktionen auf bestimmte Produkte an.

Somit bleibt es unabdingbar auch weiterhin darauf hinzuweisen, welch verheerende Folgen dieser übermäßige Konsum und das ungezügelte Kaufverhalten am weltweiten Tag des Shopping für die Umwelt und den Klimawandel haben. Eine der potenziell gefährlichsten Auswirkungen des Black Friday ist die Art und Weise, wie durch ihn die Wegwerfkultur sowie der Fast-Modetrend gefördert wird. Aber das ist noch nicht alles: Der Anstieg der CO2-Emissionen und die Tatsache, dass die am Black Friday verkauften Produkte hauptsächlich Plastikspielzeug und technische Produkte sind, ist durchaus problematisch. Es handelt sich dabei nicht nur um kurzfristige Konsumgüter, sondern auch um eine große Menge an zu entsorgendem Plastik, was sowohl die Artikel selbst als auch deren Verpackung betrifft. Dies hat fatale Auswirkungen auf die Umwelt.

Ist es also überhaupt möglich, als Online-Händler einen nachhaltigen Verkauf am Black Friday zu offerieren? Ganz ohne schlechtes Gewissen und mit einer offenen Kommunikation?

Die Antwort ist JA, denn vergünstigte Angebote und gleichzeitige Rücksicht auf den Klimawandel sind durchaus vereinbar. Da der Black Friday auch in Zukunft weiterhin existieren wird, ist es an der Zeit, sinnvolle, umweltfreundliche Alternativen zu bieten, um ihn nachhaltig zu gestalten.

Unsere 6 Tipps:

1. Verantwortungsbewusster Einkauf und Umgang mit Retouren

Eines der größten Probleme beim Onlineshopping am Black Friday sind die Retouren, da sie nicht nur Treibhaus-Emissionen verursachen, sondern Produkte mit einem geringen Wert zum Großteil auch vernichtet werden und somit keine Wiederverwertung erfolgt.

Sowohl Online-Händler als auch Verbraucher können zu einer niedrigeren Retourenquote beitragen: Online-Shops sollten sich darauf fokussieren, Retouren generell zu vermeiden, z.B. indem ganz genaue Informationen bei der Produktpräsentation geliefert werden, damit Kunden so detailgetreu wie möglich erfahren, was genau sie bestellen und erhalten werden. Sollte es dennoch zu einer Retoure kommen, wäre es ratsam, möglichst jedes Produkt in irgendeiner Form wieder zu verwerten.

Kunden auf einen verantwortungsbewussten Einkauf aufmerksam zu machen mag zwar einer guten Verkaufsstrategie widersprechen, doch möchte man als Online-Händler wirklich zu einem umweltfreundlichen Black Friday beitragen, schadet es sicher nicht, Verbraucher schon während des Kaufprozesses oder vor Abschließen des Einkaufs darauf hinzuweisen, ob alle Produkte, die sich derzeit in ihrem Warenkorb befinden denn auch wirklich von ihnen gebraucht und genutzt werden. Zum Beispiel: „Online Shopping verursacht besonders am Black Friday viel Verpackungsmüll und CO2-Emissionen durch den Transport der Waren. Bitte berücksichtigen Sie dies vor Abschluss Ihres Einkaufs und tragen Sie zu einem verantwortungsbewussten Kaufverhalten am Black Friday bei. Für sich und unseren Planeten.“

2. Kunden einen Wunschzustelltermin vereinbaren lassen

Wo wir beim Thema nachhaltiges Einkaufen sind: Online-Shops können am Black Friday zur Vermeidung weiterer Retouren und Fahrten beitragen, indem sie ihre Kunden während des Bestellvorgangs einen Wunsch-Zustelltermin vereinbaren lassen. Somit wäre gesichert, dass die Zustellung problemlos erfolgt, ohne weitere Umwege für Kunden oder Zusteller, wodurch folglich einem unnötigen CO2-Ausstoß vorgebeugt würde.

3. Einen umweltfreundlichen Versand anbieten

Immer mehr Kunden achten beim Online-Einkauf darauf, ob der jeweilige Shop einen umweltfreundlichen Versand anbietet. Sollten Sie dies also nicht bereits tun, stellen Sie sicher, dass die Versandart transparent ersichtlich und gerade am Black Friday so nachhaltig wie möglich ist. Dabei ist ganz klar hervorzuheben, dass der Trend zu Sofort-Lieferungen am CO2-intensivsten ist und man diesen möglichst umgehen sollte. Längere Lieferzeiten sind eine umweltschonende Alternative.

4. Registrierung von vertriebenen Elektrowaren, Batterien und Verpackungen

Auch kurz vor dem diesjährigen Black Friday weiß eine Vielzahl deutscher Online-Händler nicht über ihre Pflichten im Ausland Bescheid.

Jeder Händler im E-Commerce ist grundsätzlich verpflichtet, die in Deutschland geltenden Gesetze, vor allem das Elektrogesetz (ElektroG), das Verpackungsgesetz und das Batteriegesetz, einzuhalten. Sollte dies nicht der Fall sein, sei es nur aus Unkenntnis, ist mit Geldstrafen in Höhe von bis zu 100.000 Euro zu rechnen.

Sollten Sie international versenden, wird das Gewährleisten von Compliance natürlich umso komplexer und undurchsichtiger, denn es gibt weltweit mehr als 300 Verordnungen mit hoher Relevanz für den E-Commerce. Zudem können die Bußgelder im Ausland noch deutlich höher ausfallen.

Es ist daher ratsam, dass Online-Händler über all diese Gesetze und Neuerungen Bescheid wissen und auch in Zukunft informiert bleiben.

Hierfür steht Ihnen unser digitaler Beratungs-Service jederzeit gerne zur Seite, denn unser Ziel ist es, Handelsbarrieren im internationalen Online-Handel abzubauen und Recycling für jeden zugänglich zu machen.

5. Garantie- und Reparaturmöglichkeiten bereitstellen

Zur Abfallvermeidung und gegen den Wegwerftrend gerade am Black Friday gilt immer noch: Reparieren statt neu kaufen. Versuchen Sie in Ihrem Shop reparaturfreundliche Produkte, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und längere Garantiezeiten anzubieten. Damit Reparaturen und der Kauf gebrauchter Waren noch attraktiver werden, ist ein Recht auf Reparatur dringend notwendig. Aus Umweltsicht sollte man vor allem Elektro- und Elektronikgeräte (welche einen Großteil der Verkäufe am Black Friday ausmachen) so lange wie möglich nutzen können. Laut Umweltbundesamt verursacht beispielsweise eine langlebige Waschmaschine in einem Betrachtungszeitraum von 20 Jahren knapp 1.100 kg weniger ⁠CO2⁠-Äquivalente als eine kurzlebige Variante: Das sind knapp 30 Prozent weniger Treibhausgasemissionen. Ein langlebiges TV-Gerät stößt innerhalb von 10 Jahren knapp 600 kg weniger CO2-Äquivalente und somit rund 20 Prozent weniger Treibhausgasemissionen aus als kurzlebige Modelle. Denn wie uns allen bekannt ist, kostet jedes neue Produkt in der Herstellung unnötig viele Ressourcen und Energie. Es ist daher immer der umweltfreundlichste Weg, Abfälle zu verhindern. Außerdem können Kunden so ihre CO2-Bilanz direkt beeinflussen.

6. Den Black Friday boykottieren und stattdessen mit anderen Angeboten locken

Um sich als nachhaltige und sozial verantwortliche Brand zu positionieren, können Online-Shops natürlich auch zu drastischeren Mitteln greifen, und den Black Friday allgemein boykottieren. Dies ist zum Einen möglich indem beispielsweise gar nicht mit Aktionen und Rabatten am Black Friday geworben wird, alternativ kann aber auch mit anderen Angeboten gelockt werden (z.B. Bäume pflanzen für die Bestellung, einen Teil des Umsatzes spenden, etc.).

Warum also nicht einfach die aggressive Werbung zu Spontankäufen die am Black Friday betrieben wird, in die richtige Richtung lenken und Verbrauchern einen nachhaltigen Konsum ermöglichen?

In diesem Sinne: einen Happy sustainable Black Friday uns allen!