Verpackungsgesetz in Frankreich: Verpackungslizenzierung für Onlinehändler einfach erklärt. (Packaging Law France)

Es gibt auch in Frankreich ein Verpackungsgesetz. Bedingt durch die EU-Verpackungsrichtlinie müssen alle, die verpackte Produkte an französische Endkunden verkaufen, ihre Verpackungen in Frankreich lizenzieren. Was es beim Verpackungsgesetz in Frankreich speziell zu beachten gibt, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Das Verpackungsgesetz in Frankreich: Besondere Recycling-Pflichten für Onlinehändler

Verpackungen in Frankreich lizenzieren: Warum eigentlich?

Viele Händler, die bereits in Deutschland die Verpackungslizenz erwerben, fragen sich, weshalb sie in Frankreich zusätzlich ihre Verpackungen lizenzieren müssen. Dabei ist der Grund eigentlich sehr naheliegend. Die Lizenzgebühr, die Hersteller und Händler für das Inverkehrbringen ihrer Verpackungen bezahlen, finanziert das Verpackungsrecycling. Und weil die Recycling-Systeme auf nationaler Ebene grundsätzlich unterschiedlich sind, muss die Lizenz dort bezahlt werden, wo die Verpackung als Müll anfällt. Wer also nach Frankreich versendet, muss auch dort einen Beitrag für das Recycling bezahlen.

Leider hat die Politik es verpasst, im Zuge der Umsetzung der EU-Verpackungsrichtlinie ein europaweit einheitliches System für die Lizenzierung zu schaffen. So muss die Verpackungslizenz in Frankreich und in anderen Mitgliedsstaaten jeweils separat erworben werden. Das sorgt besonders bei Onlinehändlern verständlicherweise für viel Frust. Denn wer EU-weit liefert, muss sich in jedem Land separat um das lokale Verpackungsgesetz kümmern. Mit unserem digitalen Service greifen wir Onlinehändlern dabei unter die Arme.

Wer muss Verpackungen in Frankreich lizenzieren?

Wer grenzübergreifend mit einem Onlineshop an Endkunden in Frankreich liefert, muss sich genau wie französische Händler oder Hersteller als Inverkehrbringer registrieren. Das Verpackungsgesetz in Frankreich gilt somit auch für deutsche oder österreichische Onlinehändler. Die Pflicht gilt bereits ab der ersten Lieferung. Ausgenommen sind hingegen reine B2B-Händler mit Sitz außerhalb Frankreichs, da in diesem Fall der französische Importeur als Inverkehrbringer der Verpackungen gilt.

Besonderheiten beim französischen Verpackungsgesetz

Anders als in Deutschland werden in Frankreich nachhaltige Verpackungen bei der Lizenzierung bevorzugt. So erhalten Inverkehrbringer von besonders gut recycelbaren Verpackungen einen Rabatt auf die Recyclingkosten. Dasselbe gilt auch für Verpackungen, die aus recyceltem Material bestehen.

Diese Besonderheit greift jedoch erst bei großen Mengen. Um den bürokratischen Aufwand für Kleinstmengen gering zu halten, gilt bei der Einfuhr von bis zu 10.000 Produkten im Jahr ein Pauschalpreis von momentan 80€. Für Kleingewerbe, die jährlich nur ein paar Lieferungen nach Frankreich versenden, hat das leider zur Folge, dass sich die Beteiligung am französischen Recycling-System wirtschaftlich nicht lohnt. Wer dennoch die Lieferung nach Frankreich anbietet, landet somit schnell in einer rechtlichen Grauzone.

Gesetzliche Kennzeichnungspflicht für Verpackungen in Frankreich

Während in manchen EU Ländern nach wie vor die Anbringung es Grünen Punkt Symbols verpflichtend ist, gilt diese Pflicht in Frankreich bereits seit einigen Jahren nicht mehr. Frankreich hat jedoch im Jahr 2015 mit einer Ergänzung des französischen Abfallgesetzes sein eigenes Recycling-Symbol eingeführt. Auch wer aus dem Ausland an französische Endverbraucher liefert, muss diese Pflichten zwingend beachten. Alle Informationen dazu haben wir in diesem Artikel bereits übersichtlich zusammengefasst:

Das Triman Logo: Pflichten für Online Händler beim Versand nach Frankreich

Bereits 2021 könnten sich hier jedoch bereits einige Änderungen ergeben, sodass es empfehlenswert ist, durch einen Compliance Berater stehts up-to-date zu bleiben.

Recycling in Frankreich

Ähnlich wie in Deutschland wird Verpackungsmüll in Frankreich getrennt entsorgt und einem Recycling-Strom zugeführt. Selbiges gilt für Elektronik, Glas und Textilien, für die es wiederum jeweils separate Container bzw. Sammelstellen gibt. Durch die vorgegebenen Recycling-Quoten der EU und das selbst gesteckte Ziel, bis 2025 Plastikabfälle zu annähernd 100% zu recyceln, steht das französische Recycling-System unter hohem Druck. Denn Statistiken zufolge wurden in den letzten Jahren lediglich ca. 25% erreicht.

Verpackungsgesetz in Frankreich - packaging waste recycling law in France

Bedingt durch das französische Verpackungsgesetz und das darin festgehaltene Prinzip der „Extended Producer Responsibility“, wird dieses Recycling-System in erster Linie durch die Gebühren der Unternehmen finanziert, die Verpackungen in Verkehr bringen. Ähnliche Systeme existieren in Frankreich außerdem für elektronische Geräte, Batterien, und als einziges europäisches Land auch für Textilien oder Möbel. Diese müssen genau wie Verpackungen bei den zuständigen Behörden und Recycling-Systemen registriert werden. Je nach in Verkehr gebrachter Menge fällt jährlich eine Abgabe für den Hersteller, Händler oder Importeur an. Es ist davon auszugehen, dass durch die erhöhten Recycling-Quoten auch der Druck auf die inverkehrbringenden Unternehmen in den kommenden Jahren wachsen wird.

Erleichterung des bürokratischen Aufwands mit unserem Compliance Service

Unser digitaler Service unterstützt Ihre Compliance-Abteilung bei der Umsetzung aller notwendigen Recycling-Pflichten in Frankreich. So erhalten Sie speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Anleitungen, das Verpackungsgesetz in Frankreich zu erfüllen. Für größere Online Händler bieten wir zudem einen individuellen Premium Service, bei dem wir Ihre komplette Recycling-Compliance für Sie übernehmen. Kontaktieren Sie uns gerne, falls Sie noch Fragen haben, oder lesen Sie unsere FAQ.

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