Verpackungsgesetz in Spanien | Packaging law Spain

Aufgrund der Verpackungsrichtlinie der EU hat jeder Mitgliedsstaat eigene Gesetze erlassen, die das Recycling von Verpackungen regeln. Dabei gibt es besonders beim Verpackungsgesetz in Spanien aus heutiger Sicht einige Besonderheiten. Das gilt umso mehr für Online Händler aus dem Ausland, die direkt an Endkunden in Spanien liefern (B2C E-Commerce). Was Sie bei diesem Geschäftsmodell zu beachten haben, erläutern wir in diesem Beitrag.

Besonderheiten beim Verpackungsgesetz in Spanien

Egal ob spanische Firma oder ausländischer Online Shop: Unternehmen, die verpackte Produkte an Kunden in Spanien verkaufen, sind zur Verpackungslizenzierung in Spanien verpflichtet. Das gilt sowohl für Amazon FBA Händler (Inverkehrbringer von Produktverpackungen) als auch für einen „eigenen“ Online Shop (Produkt- und Versandverpackungen). Ähnlich wie in Frankreich oder in Deutschland entstehen auch hier die Pflichten bereits mit Inverkehrbringen der ersten Verpackung auf dem Markt. Dennoch gibt es in Spanien einige Besonderheiten, die in anderen Ländern nicht gelten. Folgendes müssen Firmen, die auf dem spanischen Markt aktiv sind, zwingend beachten:

Der Grüne Punkt in Spanien

Früher war der Grüne Punkt in vielen europäischen Ländern verpflichtend auf der Verpackung. Durch die Öffnung für zunehmenden Wettbewerb im Recycling-Markt ist diese Pflicht inzwischen fast überall weggefallen. Nicht so in Spanien: Als das einzige europäische Land neben Zypern gilt nach wie vor, dass auf Produktverpackungen das Grüne Punkt Symbol aufgedruckt werden muss.

Hohe Mindestgebühren für die Verpackungslizenz in Spanien

Genau wie die Symbol-Pflicht geht auch das nächste Problem mit der Monopolstellung des Grünen Punkts in Spanien einher: die Recycling-Gebühren sind im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch. Obwohl auch Kleinstmengen lizenzierungspflichtig sind, lohnt es sich finanziell kaum, wenige Kilogramm Verpackungen in Spanien zu lizenzieren.

Egal ob 1 Kilogramm oder 1 Tonne lizenziert wird: Derzeit bezahlen Inverkehrbringer dafür eine Pauschalgebühr von etwa 600€ pro Jahr.

Zum Vergleich: Bei der Verpackungslizenzierung in Frankreich beträgt die Pauschale für kleine Mengen 80€. Die günstigste Verpackungslizenz in Deutschland gibt es bei den richtigen Anbietern bereits ab 6€ im Jahr.

Spezielle Recycling-Pflichten für Glas

Ein weiterer Spezialfall: Für Glas gibt es ein separates Entsorgungs-System. Wer also Produkte in Glasflaschen oder Behältern verpackt und in einem Versandkarton an seine Kunden verschickt, muss sich bei zwei separaten Systemen anmelden. Das betrifft häufig Onlineshops für Kosmetik, Spirituosen oder Lebensmittel.

Handlungsempfehlungen bei Versand nach Spanien

Wer rechtskonform nach Spanien versenden möchte, kommt um die Verpackungslizenz in Spanien nicht drum herum. Aufgrund der vergleichsweise hohen Mindestgebühren lohnt es sich jedoch finanziell erst bei größeren Mengen. Wir empfehlen, spätestens wenn man in Spanien umsatzsteuerregistriert ist oder das Land zu den eigenen Hauptabsatzmärkten zählt die Lizenzierung. Aufgrund der Grünen-Punkt-Pflicht bietet es sich ggf. an, für Spanien separate Verpackungen zu verwenden. Denn im internationalen Handel führt der Grüne Punkt zu hoher Komplexität.

Wer nach einer einfachen Möglichkeit für seinen Onlineshop sucht, das Verpackungsgesetz in Spanien und auch in anderen Ländern zu erfüllen, dem sei unser digitaler Beratungsservice empfohlen. Neben einer individuellen Compliance-Analyse und einfachen Schritt-für-Schritt Anleitungen für die eigenen Recycling-Pflichten beinhaltet unser günstiger Service auch die Kontaktdaten von geprüften Entsorgungssystemen und (englischsprachigen) Ansprechpartnern vor Ort.

Verpackungsgesetz Service

 

Beitragsbild: MAOIKO / Shutterstock.com

 

Weitere Informationen zu internationalen Verpackungsgesetzen:

Verpackungsgesetz in Frankreich: Recycling-Pflichten für Onlinehändler

Das Triman Logo: Pflichten für Online Händler beim Versand nach Frankreich

EU-Verpackungsrichtlinie und die Auswirkungen auf Onlinehändler*innen