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In einer Welt des Massenkonsums ist es unvermeidlich, sich früher oder später von einigen Dingen wieder zu trennen. Doch anstatt sie wegzuwerfen, hat sich ReCommerce als eine neue Art des Online Handels etabliert. Dort heißt es ganz einfach verkaufen und (gebraucht) wieder kaufen.

Viele wollen sich von ihren verstaubten Gegenständen trennen, wissen aber nicht wie. Flohmärkte rentieren sich kaum, weil die Mietkosten eines Tisches oftmals höher sind, als der Verkauf einen Gewinn einbringen würde. Online Handel via Ebay oder anderen Seiten kann ebenfalls mühselig sein, da Verkäufer*innen die gesamte Logistik stemmen. Besonders mühselig wird es, wenn ein komplettes Regal voll Bücher, CD’s oder DVD’s entsorgt werden soll. Ganz schön aufwendig, jedes einzelne Teil abzufotografieren, online hochzuladen und den Verkauf zu verwalten. Und obwohl sich viele dagegen sträuben, gut erhaltene Gegenstände gnadenlos wegzuschmeißen, ist der Weg zum Müll meist trotzdem schneller und einfacher. Um dieses Problem zu lösen, hat sich ReCommerce etabliert.

Was ist ReCommerce?

Das Wort ReCommerce leitet sich vom englischen E-Commerce ab (elektronischer Handel). Das Re steht für die Worte „wieder“ oder „zurück“. In der Praxis bedeutet das, dass elektronische Geräte wie CD’s, DVD’s, Computerspiele oder Smartphones, aber auch nicht elektronische Gegenstände wie Bücher oder Kleidung online als Second Hand Ware recycelt werden können. Ankaufsportale kaufen die Produkte ab, schätzen ihren Zustand ein und geben diese anschließend wieder auf den Online Markt frei.

ReCommerce ist mehr als ein nachhaltiger Trend, und hat sich in den letzten Jahren als große Marktnische etabliert. Inzwischen gibt es über 40 Ankaufsportale, in denen gebrauchte Gegenstände verkauft und über die Portale wieder gekauft werden. In Zeiten des rasanten technischen Fortschritts und der Tatsache, dass jedes Jahr ein neues Smartphone angeschafft wird, lohnt es sich besonders, auf Second Hand umzusteigen.

Vorteile von ReCommerce

ReCommerce organisiert die gesamte Logistik.
Gebrauchte Gegenstände müssen nur in einen Karton gepackt und verschickt werden. Das Porto übernehmen meist die Ankaufsportale. Einige bieten sogar den Service an, das Paket abzuholen. Verkäufer*innen sparen sich also selbst den Gang zu Post.

ReCommerce ist günstig.
Gebrauchte Gegenstände werden von den Anbietern geprüft und wieder verkauft. Käufer haben demnach die Möglichkeit, ein Produkt zu einem viel günstigeren Preis anzuschaffen als es beim Kauf von Neuware der Fall wäre.

ReCommerce ist eine umweltfreundliche Form des Konsums.
Ein einzelner Gegenstand kann bei verschiedenen Konsument*innen landen und sich permanent im Recycling Zyklus befinden. Wird der Gegenstand nicht mehr gebraucht, wird er verkauft. Wird ein neuer Gegenstand benötigt, wird ein gebrauchter erworben. ReCommerce reduziert zwar nicht den Konsum an sich, wohl aber die Anzahl an Neuanschaffungen, und verlängert den Lebenszyklus der Produkte.

Nachteile von ReCommerce

ReCommerce bringt wenig Gewinn ein.
Die meisten Gegenstände werden nur für ein paar Cent pro Stück verkauft, selbst wenn der Wert des Buches aufgrund seines gut erhaltenen Zustands oder seiner Prominenz sehr hoch liegt. Für teure Produkte, wie Smartphones oder Tablets kann es sehr frustrierend sein, den Gegenstand unter seinem eigentlichen Wert zu verkaufen. Würde man sich die Mühe machen und jedes einzelne Produkt versteigern, oder auf dem Flohmarkt verkaufen, wäre der Gewinn definitiv größer. Vom ReCommerce wird man also nicht zwangsläufig reich werden.

Große deutsche ReCommerce Ankaufportale

Deutschland ist im Vergleich zu Ländern wie Amerika ein Nachzügler, doch auch hier hat sich der ReCommerce Markt endlich etabliert.

Rebuy*
Rebuy zählt zu den größten ReCommerce Anbietern auf dem Markt. Dort können elektronische Gegenstände sowie Bücher gekauft und verkauft werden.* Rebuy zeichnet sich besonders durch seine große Bandbreite an Smartphones, Tablets, Videospielen und Kameras aus.

Momox
Auch Momox gehört zu den führenden Ankaufsportalen für gebrauchte Gegenstände, wie Bücher, CD’s, DVD’s, Spiele und auch Kleidung. Lediglich muss der Barcode eingetippt oder per App gescannt, anschließend der Wert ermittelt und zum Schluss eingepackt werden. Auf der Seite Medimops* können anschließend gebrauchte Bücher, sowie Elektronik und auf ubup gebrauchte Kleidung gekauft werden.

Flip4New*
Flip4new ist ein weiterer ReCommerce Händler, welcher Smartphones, Laptops, Tablets oder Kameras ankauft. In Zeiten, in denen jedes zweite Jahr ein neues Smartphone benötigt wird, weil die Technik so schnell voranschreitet, ist es hilfreich, seine alte Elektronik nicht im Schrank verstauben zu lassen, und einen kleinen Gewinn zu erhalten. Neukunden erhalten bei Flip4New außerdem bis zu 20 € Rabatt auf das gesamte Sortiment*.

Zalando und IKEA springen auch auf den ReCommerce Zug

Ab diesem Herbst wird es beim Online Händer Zalando die Pre-Owned Kategorie geben, in denen Zalando Käufer*innen Second Hand Kleidung von anderen Zalando Kund*innen erwerben können. Auch IKEA bietet inzwischen die Möglichkeit, gebrauchte Möbel an IKEA zurückzuverkaufen. Es ist wohl zu erwarten, dass immer mehr Konzerne auf den ReCommerce Zug aufspringen werden.

Keine Wegwerfgesellschaft mehr dank ReCommerce

ReCommerce hat sich zu einer anerkannten Institution etabliert. Je häufiger gebrauchte Gegenstände erworben und diese wieder verkauft werden, desto nachhaltiger der Lebensstil. Und je nachhaltiger der Lebensstil, desto besser ist es für die Umwelt.

Dass Nachhaltigkeit im Onlinehandel immer wichtiger wird, haben wir in diesem Artikel ausführlich erläutert:

Nachhaltigkeit im Online Handel – 5 Dinge, die umweltbewusste Kunden erwarten

 

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