Onlineshop internationalisieren: Abmahnsicherer Versand ins Ausland | Selling overseas online

Unsere Beobachtungen zeigen, dass viele Online Händler die Expansion ins Ausland überstürzen und sich zu wenig damit auseinandersetzen. Wollen auch Sie Ihren Onlineshop internationalisieren? Dann möchten wir Ihnen die 5 größten Hürden kurz vorstellen und wertvolle Tipps für die Umsetzung mit auf den Weg geben.

Einen Onlineshop zu internationalisieren ist heute kinderleicht. Die meisten Shop-Systeme bieten über wenige Klicks integrierte Versandoptionen für die gesamte EU oder gar international. Dann nur noch kurz den Shop ins Englische übersetzen und los geht’s! Oder? Nicht so schnell, denn mit dem Versand ins Ausland gehen Sie auch einige Pflichten ein und es lauern viele neue Gefahren.

Den Onlineshop internationalisieren: 5 Dinge, über die Sie sich vorher bewusst sein sollten:

1. Umsatzsteuer im Ausland

Wer innerhalb der EU direkt an Endkunden liefert, wird überrascht sein, wie komplex die Regelungen zur Umsatzsteuer ausgestaltet sind. Die gute Nachricht: Wenn Sie gerade erst dabei sind, Ihren Onlineshop aufzubauen, müssen Sie sich hier vorerst um nichts kümmern. Sie können zunächst Ihre Kunden EU-weit zum Umsatzsteuersatz in Ihrem Herkunftsland abrechnen. Als Deutscher Onlineshop z. B. zu den üblichen 19% bzw. derzeit 16% Umsatzsteuer.

Bei Überschreitung einer sog. Lieferschwelle wird ein Onlineshop jedoch im jeweiligen Land umsatzsteuerpflichtig. Die Umsatzsteuer Lieferschwellen unterscheiden sich von Land zu Land. In den meisten Ländern liegt sie momentan bei ca. 35.000€, es gibt aber auch Abweichungen nach oben und unten. Die aktuellen Lieferschwellen für die Umsatzsteuer in der EU haben wir in folgender Tabelle zusammengefasst:

Onlineshop internationalisieren: Umsatzsteuer Lieferschwellen in der EU 2020

Aktuelle Übersicht über die jährlichen Lieferschwellen in der EU. (Stand: September 2020)

Um die Lieferschwellen jederzeit im Auge zu behalten empfehlen wir, von Anfang an die SaaS-Plattform hellotax zu nutzen. Die Nutzung der Steuer-Software selbst ist zu jederzeit kostenlos. Sollte eine Lieferschwelle überschritten werden, können die notwendigen Services (lokale Umsatzsteuerregistrierung & Voranmeldung) günstig hinzugebucht werden. Durch unsere Partnerschaft mit hellotax können wir unseren Kunden außerdem exklusive Rabatte anbieten. Die Rabatt-Gutscheine sowie viele weitere essenzielle Tools und Services für Onlineshops finden Sie in unseren Partnerangeboten.

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2. Abfallgesetze & Produktverantwortung

Anders als bei der Umsatzsteuer sehen die Verpackungs- und Abfallgesetze in der EU häufig keine Freimengen für kleine Online Händler vor. Das bedeutet: In den meisten Ländern müssen Sie bereits vor der ersten Lieferung aktiv werden und sich um die Einhaltung Ihrer gesetzlichen Pflichten kümmern. Die Produktverantwortung besagt, dass Hersteller, Importeure oder Händler für Ihre Produkte und Verpackungen die Verantwortung übernehmen. Kurz gesagt, wer (verpackte) Produkte auf den Markt bringt muss einen Beitrag für die Entsorgung bzw. das Recycling bezahlen.

Aufgrund der EU-Verpackungsrichtlinie hat jeder Mitgliedsstaat eigene nationale Gesetze entworfen, sodass bei europaweiter Lieferung die Pflichten in den einzelnen Ländern sehr schwierig zu durchschauen sind. Um tagelange und regelmäßige Recherchen zu vermeiden, und auch künftig immer compliant zu sein, bieten wir Händlern einen digitalen Beratungsservice schon ab 19,99€ je Land an. Wer intern nicht die notwendigen Kapazitäten zur Verfügung hat bzw. die Verpackungs-Compliance generell outsourcen möchte, kann auch unseren Premium-Service wählen.

Zu unseren Services

Neben Verpackungen müssen auch Elektrogeräte, Batterien, und in Frankreich sogar Textilien oder Möbel bei Recycling-Systemen angemeldet werden. Darüber hinaus gibt es auch bei der Kennzeichnungspflicht einiges zu beachten. Mehr dazu haben wir unter anderem in diesem Artikel zusammengefasst:

Das Triman Logo: Pflichten für Online Händler beim Versand nach Frankreich

3. Payment-Optionen

In jedem Land präferieren Kunden andere Zahlungsmethoden. Deutschen wird zum Beispiel nachgesagt, bei der Bezahlung sehr altmodisch zu sein und wenig auf Digitalisierung zu setzen. Im E-Commerce spielen klassische Bezahlmethoden wie der Rechnungskauf oder die SEPA Lastschrift nach wie vor eine große Rolle. In England hingegen bezahlen Kunden online hauptsächlich mit ihrer Kreditkarte. PayPal ist im Online Handel inzwischen international weit verbreitet, also ein guter Kompromiss. Aber stimmt das wirklich?

Welche Zahlungsmethoden Kunden in Ihren Zielländern präferieren, sollten Sie vor der Internationalisierung Ihres Onlineshops gut recherchieren. Dabei helfen kann zum Beispiel der Worldpay Global Payments Report, der weltweit für jedes Land die beliebtesten Zahlungsmethoden auflistet. Wichtig ist eine gute Recherche vor allem deshalb, weil das falsche Angebot an Zahlungsmethoden nach wie vor zu den häufigsten Gründen für Bestellabbrüchen zählt.

4. Internationale Rechtstexte

Die Website zu übersetzen ist eine Sache, aber die Übersetzung der Rechtstexte ist nochmal ein ganz anderes Level. Einfache Übersetzungsfehler können hier schnell sehr teuer werden. Doch benötigt man überhaupt internationale Rechtstexte? Genügen nicht auch die deutschen Rechtstexte, wenn es sich um einen Onlineshop in Deutschland handelt?

Die kurze Antwort: Wer seinen Onlineshop in verschiedenen Sprachen betreibt, benötigt auch die Rechtstexte in diesen Sprachen. Und wer seinen Onlineshop nicht mindestens in englischer Sprache anbietet, wird im Ausland vermutlich nur wenig erfolgreich sein. Empfehlenswert ist es daher, seinen Shop auf Englisch, Deutsch und ggf. für weitere wichtige Zielmärkte zu lokalisieren.

Da die Übersetzung durch einen Anwalt sehr teuer sein kann, empfehlen wir die internationalen Rechtstexte vom Händlerbund zu nutzen. Wichtige Rechtstexte wie die AGB, Datenschutzerklärung oder das Impressum stehen beim Händlerbund neben Englisch und Französisch auch in einigen weiteren Fremdsprachen zur Verfügung. Mit dem Rabattcode P2312#2020 erhalten Sie außerdem einen Nachlass von 3 Monaten auf alle Mitgliedschaftspakete des Händlerbunds.

5. Internationalisierung der Logistik

Innerhalb Deutschlands zu versenden ist einfach, denn die besten Dienstleister sind Ihnen in der Regel bereits bekannt – sei es aus Ihrer bisherigen Erfahrung als Shopbetreiber oder als Kunde. Beim grenzüberschreitenden Versand ist es dann aber gar nicht mehr so einfach. Wer ist der beste oder beliebteste KEP Dienstleister in welchem Land? Wie unterscheiden sich die Dienstleister im Bezug auf Preis, Laufzeiten und Zuverlässigkeit? Welche Konditionen gelten bei der Zustellung oder bei Retouren?

Erfahrungsgemäß gibt es hier in jedem Land starke Unterschiede. In einem Land hat der eine Dienstleister die Nase vorn, in einem anderen wieder ein anderer. Um den Onlineshop wirklich erfolgreich internationalisieren zu können, ist auch hier eine ausführliche Recherche wichtig. Unter Umständen bietet es sich an, in verschiedenen Ländern unterschiedliche KEP Dienstleister zu wählen.

Auch die Zusammenarbeit mit einem Fulfillment-Dienstleister, der bereits langjährige Erfahrung im internationalen E-Commerce hat, kann sich lohnen. Als Beispiel sei unser Partner Onefulfillment genannt. Von Lagerhaltung über internationalen Versand bis hin zur Verarbeitung der Retouren übernimmt Onefulfillment Ihr komplettes Fulfillment und greift Ihnen bei der Internationalisierung Ihres Onlineshops unter die Arme. Denn nur wenn Ihre Waren mit einer annehmbaren Lieferzeit beim Kunden ankommen, werden diese auch erneut bei Ihnen bestellen. Mit dem Gutschein ecosistant2020 sparen Sie sich außerdem für die ersten 3 Monate die Lagerhaltungskosten.

Pro-Tipp: Nennen Sie Ihre genauen Lieferzeiten für jedes Land auf Ihrer Website. So schützen Sie sich vor Abmahnungen und bieten Ihren Kunden die notwendige Transparenz.

Fazit: Den Onlineshop zu internationalisieren will gut überlegt und vorbereitet sein

Bevor Sie Ihren Onlineshop internationalisieren, sollten Sie in jedem Fall eine ausführliche Marktanalyse ihrer Zielländer durchführen. Dabei können Ihnen z. B. der „Ease of doing business“-Index oder der Google Market Finder helfen. Generell ist weniger wie so oft mehr: Wir empfehlen, dass Sie sich zunächst auf die wichtigsten Märkte fokussieren, in denen Sie es Ihrer Analyse zufolge besonders leicht haben und voraussichtlich hohe Umsätze erzielen werden. Erst nach und nach sollten Sie dann stufenweise expandieren. So stellen Sie zu jederzeit sicher, dass Sie Ihre Compliance einhalten und Ihre Kunden bestmöglich bedienen können.

Unser Service kann Ihnen dabei helfen, zu identifizieren, in welche Länder Sie ohne verpackungsrechtliche Pflichten liefern können, bzw. wie Sie diese in Ihren Hauptzielmärkten ggf. umsetzen können. Außerdem finden Sie unter unseren Partnerangeboten viele weitere Services und Tools, die Ihnen die Internationalisierung des Onlineshops vereinfachen.

Bei weiteren Fragen, kontaktieren Sie uns einfach, oder durchstöbern Sie gerne unseren FAQ-Bereich.

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